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Katrin Bertram, aus: Cordon bleu, Video-Installation (2012)
Katrin Bertram

Die Konzeptkünstlerin bewegt sich in zwei Welten: in der freien Wirtschaft und in der Freien Kunst. Aus der einen Welt bezieht sie den Stoff, den sie in der anderen Welt – in der die Freiheit noch groß geschrieben wird – formiert, transformiert, auf Begriffe bringt, auf sinnlich erfahrbare Konzepte. So wird etwa aus der Brockhaus-Definition von Arbeit als »Bewusstes, zielgerichtetes Handeln des Menschen zum Zweck der Existenzsicherung«, ausgedruckt auf ein Stück Papier, zerknüllt und notdürftig wieder geglättet – ein Zettel, der aussieht wie ein existenzieller Nachforschungsauftrag, mit dem ein Detektiv auf Recherchetour geschickt wird: »Das ist alles was ich habe. Finden Sie den Sinn meines Lebens!«

In der Arbeit 19.03.2008 - Partitur eines Arbeitstages dokumentierte Bertram minutiös den prototypischen Ablauf eines Arbeitstags in einem modernen Unternehmen und übertrug die Daten in eine Excel-Tabelle. Anschließend wurde das numerische Material in eine Partitur transponiert und als Quartett für Klavier, Violine, Violoncello und Gesang aufgeführt.


Katrin Bertram (*1979 Hannover) studiert im Anschluss an ihre Gasthörerschaft an der Universität der Künste Berlin bei Katharina Sieverding seit 2008 an der Akademie der Bildenden Künste München Freie Kunst bei Stephan Huber. Zuvor absolvierte sie ein Studium der Internationalen Betriebswirtschaftslehre an einer Londoner Business School und arbeitete mehrere Jahre in Großkonzernen in der Schweiz und Deutschland.

www.katrinbertram.com